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Wie wird Leder hergestellt?

Wie wird Leder hergestellt?

Prinzipiell kann Leder aus allen tierischen Häuten hergestellt werden. Dabei werden die Häute meistens als "Abfallprodukt" der Lebensmittelindustrie übernommen.

Die Lederproduktion hat aber auch viel mit der Verantwortung gegenüber Tier- und Umwelt zu tun, weshalb es uns ein grosses Anliegen ist, nur Leder von Top-Herstellern anzubieten, die sich dieser Verantwortung auch bewusst sind und höchste Ansprüche erfüllen.

Stellvertretend für alle von uns vertriebenen Leder zeigen wir Ihnen hier deshalb den Produktionsweg der vorbildlich agierenden Firma Gmelich.
1. Rohware

1. Rohware

Die Qualität der Rohware muss stimmen.

In Deutschland und Österreich prüft Gmelich das Angebot an Grossvieh-Häuten und sucht die geeigneten Provenienzen aus.

Umweltfaktor: ca. 90 % der Häute werden als Frischware (Deutschland und Österreich) eingearbeitet, damit reduziert sich der Salzeintrag ins Abwasser erheblich.
Die Rohware wird per LKW angeliefert Die Häute besitzen noch ihre Haare und dazu sind auch noch Fett und Fleischreste vorhanden. 12 Tonnen Rohware rutschen vom LKW.... …. über die Rampe in die Haspel. Blick in die Haspel, nachdem der LKW entladen wurde. Die Produktion zu hochwertigstem Gmelich-Leder kann beginnen
2. Weiche

2. Weiche

Das Hautgefüge wird aufgeweicht und von Schmutz und Konservierungsmitteln gereinigt. Dazu werden die Haare gelockert und zerstört und das Unterhautbindegewebe, wie auch natürliche Fettsstoffe werden entfernt.

Zwei der insgesamt 6 Haspeln von Gmelich. Die Schaufelräder - ähnlich einem Mississippi Dampfer - bearbeiten schonend die wertvolle Fracht.

Umweltfaktor: Durch einen längeren Weiche - und Äscherzyklus kann eine erhebliche Menge an Chemikalien eingespart werden.
3. Äscher

3. Äscher

Äscher: Wie die Haut Haare lässt

Mit Kalk und Schwefel werden die Haare und Unterhautbindegewebe entfernt und die Hautfasern weiter aufgeweicht. Weiter werden auch die nicht gerbenden Eiweissstoffe wie natürliche Fettsstoffe entfernt.

Umweltfaktor: Bei der Entkälkung achtet Gmelich auf stickstofffreie Mittel um den Stickstoffeintrag und die damit verbundene Überdüngung der Gewässer zu vermeiden.
Nach 48 Stunden verlassen ca. 250 Rinderhäute die Haspel. Die Haare wurden entfernt - man spricht nun von Blössen.
4. Entfleischen

4. Entfleischen

Beim Entfleischen werden die Gewebe-, Fleisch- und Fettreste mit scharfen Messerwalzen entfernt.

Diese Arbeit ist sehr streng und es braucht viel Kraft und Ausdauer dazu.

5. Spalten

5. Spalten

Aus eins mach zwei: Das Spalten

Die Haut wird in zwei Schichten aufgespalten. Die ehemalige Haarseite wird zu Narbenleder verarbeitet, aus der unteren sogenannten Spalthaut wird zum Beispiel Veloursleder oder Brandsohlenleder hergestellt.
Arbeiter der Gerberei Gmelich beim Spalten. Arbeiter der Gerberei Gmelich beim Spalten. Arbeiter der Gerberei Gmelich beim Spalten. Arbeiter der Gerberei Gmelich beim Spalten. Arbeiter der Gerberei Gmelich beim Spalten.
6. Gerben

6. Gerben

Die Haut wird gesäubert und zu Leder gegerbt

Beim Entkälken, Beizen und Pickeln wird als Vorbereitung für die Gerbung die Lauge aus dem Äscher neutralisiert. Danach werden die Häute gewaschen und sauer gestellt. Durch die Einwirkung von gerbenden Mineralsalzen wird die Eiweissstruktur der Haut so fixiert, dass sie zu Leder wird. Bei der Chromgerbung mit absolut unbedenklichem Chrom 3 erhält das Leder eine blaue Färbung, deshalb nennt man es auch in der Fachsprache Wetblue.

Umweltfaktor: Die Gerbung ist eine Mineralgerbung und erfolgt ausschliesslich mit 3-wertigen Chromsalzen, was nach heutigem Stand der Technik die ökologischste Art der Gerbung darstellt. Im Abwasser verbliebene Chromsalze werden über eine Chromrecyclinganlage zurückgewonnen und wieder eingesetzt.
Wasserwerkstatt Abwelkmaschine Gestapelte Wetblue-Häute - vor der Sortierung. Chemikalien-Lager Chrom-Rückgewinnungsanlage Gestapelte Wetblue-Häute - vor der Sortierung.
7. Abwelken, Falzen

7. Abwelken, Falzen

Jetzt kommt es Dicke

Beim Abwelken wird dem Leder als Vorbereitung zum Falzen die überschüssige Flüssigkeit ausgepresst. Das anschließende Abhobeln der Lederhaut auf eine bestimmte Dicke nennt man das Falzen. Jetzt kann man viel besser mit dem Leder hantieren und eine Beurteilung des Narbens sowie der Sortimente kann gemacht werden – das Sortieren.
Abwelkmaschnine Falzmaschine Die gefalzten Leder werden beschnitten. Wetblue-Sortierung Nach Sortiment gestapelte Wetblue-Häute
8. Färben

8. Färben

Das Leder bekennt Farbe

Durch eine Behandlung mit Farb- und Fettstoffen in grossen Holzfässern erhält das Leder den gewünschten Farbton, den Griff, die Weichheit und andere charakteristische Eigenschaften. Die Leder der Gerberei Gmelich werden ausschliesslich durchgefärbt, so dass der ganze Querschnitt des Leders die gleiche Farbe erhält. So wird auch vermieden, dass es später beim Verarbeiten und im Gebrauch es keine hellen Schnittkanten oder Kratzer gibt.

Umweltfaktor: In der Nasszurichtung verwendet man keine PCP-haltigen Konservierungsmittel wie auch krebserregende AZO-Farbstoffe werden nicht eingesetzt. Das farbstoffbelastete Abwasser wird in einer mechanisch-chemischen Kläranlage gereinigt. Die Nachgerbung und Fettung findet mit natürlichen Rohstoffen statt.
Die Färberei Färbfässer Leeren der Färbfässer. Leeren der Färbfässer. Leeren der Färbfässer.
9. Ausrecken, Trocknen

9. Ausrecken, Trocknen

Nicht nur guter Wein sollte trocken und gut gelagert sein

Nach dem Färben wird das Leder entwässert und auf Klammerrahmen luftgetrocknet. In diesen Spannrahmen durchlaufen die Lederhäute den Trocknungskanal und das Wasser kann vedunsten. Danach wird das getrocknete Leder einer Qualitätskontrolle unterzogen.

Umweltfaktor: Die Gmelich Lederfabrik besitzt eine eigene Stromversorgung mit Wärmekraftkoppelung.
Ausreckmaschine Im Spannrahmentrockner... ...werden die Häute getrocknet und kommen dann in den Trockenkanal. auf in den Kanal.
10. Stollen, Prägen

10. Stollen, Prägen

Stollen, Prägen, Schleifen, Millen - was dem Leder noch alles blüht

Je nach Artikel werden die Leder entweder durch Stollen weich gemacht, durch Prägen mit einem optischen Design/Narben versehen, durch Schleifen nubukiert und zum Schluss durch Millen in rotierenden Fässern weich gemacht.
Das Fasergefüge wird …. … beim Stollen aufgelockert. Prägemaschine Prägemaschine Millraum Das Innenleben eines Millfasses.
11. Zurichten

11. Zurichten

Das Finish - einmal ganz oberflächlich betrachtet

Dies ist der Sammelbegriff für alle Arbeiten zur Oberflächenbehandlung des Leders. Beim Grundieren wird die Lederoberfläche mit pigmentierten Farben veredelt und egalisiert. Die Grundierung wird entweder gedruckt oder gespritzt. Danach schützt die Appretur vor Schmutz und dem Abfärben. Je nach Artikel werden lasierende Farben, schmutz- und ölabweisende Imprägnierungen und Wachse aufgetragen, um das Leder zu schützen und ihm den typischen Ledergriff zu verleihen.

Umweltfaktor: Die Zurichtung basiert auf lösemittelfreien Dispersionsfarben auf wässriger Basis. Durch eine moderne Auftragtechnik kann der Zurichtprozess optimiert werden, wodurch die Abluftemission stark reduziert wird.
Farbmischanlage Drucken der Grundierung. Drucken der Grundierung. Drucken der Grundierung. Drucken der Grundierung. Spritzmaschine Das Leder wird hier in die Druckmaschine eingelegt... ...damit das Leder seine endgültige Farbe erhält. Die fertig bedruckten Leder werden dann... ...in den Trockenkanal weitergeleitet.
12. Qualitätssicherung

12. Qualitätssicherung

Last but not least: Die Qualitätskontrolle

Während der ganzen Herstellungsdauer werden die Leder durch unsere Qualitätssicherung betreut und jeder Arbeitsgang dokumentiert. Zum Schluss folgt eine elektronische Flächenmessung und die Leder werden in Sortimente eingestuft. Das Leder wird auf speziellen und fahrbaren „Lederböcken“ gelagert. So lassen sich eine ganze Anzahl Häute aufeinander stapeln und diese liegen zudem schön flach bis zum Weitersand und Verpackung gehen.
Prüfung der Zug- bzw. Weiterreissfestigkeit. Test der Reibechtheit. Flexometer - Test des Verhaltens bei Knickungen. Test der Wasserdampfdurchlässigkeit. Schön aufgereiht stehen die fertigen Leder im Lager. Jede Haut wird mit geübtem Auge kontrolliert. Die Messmaschine ermittelt mit Fotozellen das Mass... und druckt dieses auf die Rückseite der Haut. Nach der Kontrolle können die Leder... ...je nach Kundenwunsch verpackt werden. Die Leder stehen zur Abholung bereit. Per Spedition geht’s dann zu den Kunden.